Yamaha Reface CP

Also meine letzte Neuanschaffung war doch tatsächlich eines dieser Mini-Keyboards, die Yamaha vor nicht allzu langer herausgebracht hat. Eigentlich stehe ich gar nicht so sonderlich auf E-Piano Sounds. Eigentlich eher weniger, da mir die Musik der 60er und 70er so ziemlich am Ar… vorbei geht und ich aus den 80ern eher den New Wave und Konsorten mag. Aber sei es drum, ich habe mir also aus verschiedenen Gründen aus der Reface-Serie ein Yamaha Reface CP zugelegt. Da es Reviews zu diesem Gerät bereits an verschiedenen Stellen im Netz in allen möglichen Formaten zu finden gibt, verweise ich hier einfach mal auf ein Video-Review, dass meiner Meinung nach sehr gelungen die Features dieses Keyboards demonstriert:

Die Klangerzeugung hört jetzt auf den Namen SCM – das ist wohl das neue AWM2. Klingt aber nicht schlecht. Und wie auch in dem Video schön demonstriert machen den Reiz dieses Instruments zum großen Teil auch einfach die Effekte aus. Und die klingen wirklich gut.

Das Reface Feeling …

Yamaha Reface CP
Yamaha Reface CP im Reface Softbag

Die Portabilität des Reface CPs war mitunter ein wichtiger Faktor für mich. Die drei Oktaven mit Mini-Keys verleihen dem Instrument sehr kompakte Abmessungen. Inklusive des original Reface CP Soft-Bags passt das Gerät gut in meinen Trolly und kommt wohl mit Kabeln und Zubehör gerade mal auf 3-4 kg Gewicht.

Die Mini-Tasten waren allerdings eine gewisse Herausforderung. Wobei sich hier herausstellte, dass ich mich sehr flott an die kleinen Abmessungen gewöhnen konnte. Es ist also eher eine psychische Barriere, die gegen das Spielen auf Mini-Tasten spricht. Wie man in dem Video sehen kann, können ja selbst Musiker, die ein paar Kilos mehr auf die Waage bringen, auf diesem Gerät hervorragend spielen. 😉 Allerdings fällt es mir doch noch schwer, die Dynamik richtig umzusetzen. Es wird zwar an mehreren Stellen gelobt, dass es hiermit Yamaha gelungen ist, ein Mini-Keyboard zu kreieren, was ein sehr dynamisches Spiel zulässt, aber genau das ist es womit ich auf dem Gerät noch etwas Probleme habe. Laut und leise geht – nur die Abstufungen dazwischen lassen sich nicht so einfach und präzise treffen. Besonders fällt mir das immer bei dem CP Klang auf. Das Wurlitzer und Rhodes verhält sich wohl ein bisschen anders. Da der CP Sound sowieso nicht der Klang meiner Wahl ist lässt sich das auch ignorieren …

Das Yamaha Reface CP animiert aber dazu, schnell mal „die Tasten zu drücken“, Effekte drüber zu legen und auf die Schnelle ein Pattern, ein Lick, mit einem eigenen Sound zu kreieren. In der Hinsicht ist das Instrument bei mir definitiv ein Booster für die Kreativität. Was ich in einer Session mit dem Reface zusammengebastelt habe, kann man hier hören:

Das ist jetzt zwar kein typischer Anwendungsfall für ein E-Piano, hat aber trotzdem jede Menge Spaß gemacht. 😉

Im Vergleich zum Wurlitzer Sound des Nord Pianos z.B. fällt allerdings schon auf, dass der Sound des Reface CPs nicht so tief in den Keller geht. Selbst wenn man die tiefsten Oktaven wählt fehlt da ein bisschen Druck, den ich allerdings auch bei dem Wurlitzer Sound des Roland RD-64 etwas vermisse. Ausgiebig getestet und festgestellt wurde das mit dem Beyerdynamic DT770 – also nur das hier nicht jemand ankommt und meint, dass es an den internen Lautsprechern des Reface liegen würde …. 😉 Wobei ich vermuten würde, dass die internen Lautsprecher, zumindest indirekt, der Grund für die etwas schwächere Basswiedergabe sind. Denn ich könnte mir vorstellen, dass Yamaha bewusst auf die Ausgabe tiefer Frequenzen verzichtet hat, um die Wiedergabe auf den internen Lautsprechern und sonstigen schwachen Systemen besser/lauter hinzubekommen. Sei es drum – im Mix mit anderen Instrumenten sollte das auch nicht auffallen, da hier ja eher ein Low-Cut-Filter auf dem E-Piano angesetzt wird – für die Sub-Bässe war ja das Rhodes und Wurlitzer ohnehin nicht berühmt.

Das Fazit zum Yamaha Reface CP

Abgesehen von dem gerade erwähnten Sound-Aspekt konnte mich das Yamaha Reface CP aber durchweg überzeugen (ansonsten hätte ich mir ja auch keins gekauft). Und stabil ist das gute Instrument ebenfalls! Das habe ich sogar schon mal unfreiwillig getestet, als ich mich mit dem langen Kopfhörerkabel am Schreibtischstuhl verhedderte, zurückrollte und damit das Keyboard unsanft aus etwa einem Meter Höhe auf den harten Laminat-Boden knallte. Ich hatte schon damit gerechnet, dass das Instrument jetzt kaputt wäre, aber es ging danach noch einwandfrei. Also trotz der nach Spielzeug anmutenden Abmessungen scheint das Teil wirklich „road-tauglich“ zu sein …. und klingt eben auch sehr gut ….

Das Yamaha Reface CP kann man hier kaufen!